Quelle: GEWOFAG, Fotografin: Irmin Eitel

Wohnen in München I – V

Kommunale Wohnungspolitik ist in München eine langfristige und – wie die hohe Zustimmung zu den bisherigen Handlungsprogrammen zeigt – politisch breit getragene Aufgabe. Die Grundstruktur und die wichtigen Themen der bisherigen Handlungsprogramme sollen in „Wohnen in München V“ vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen evaluiert und, wo notwendig, weiterentwickelt werden. Die Beschlüsse zu „Wohnen in München“ umfassen immer sowohl eine Bilanz bzw. ggf. auch Neuausrichtung als auch eine zusammenfassende Darstellung der wohnungspolitischen Aktivitäten im zurückliegenden Programmzeitraum.

Das wohnungspolitischen Handlungsprogramm „Wohnen in München V“ ist eine Fortführung der früheren Handlungsprogramme „Wohnen in München“ (1989), „Wohnen in München II“ (1994), „Wohnen in München III“ (2001) und „Wohnen in München IV“ (2006) und steht in einer hohen Kontinuität der Themen und Problemlösungsansätze:

Alle Handlungsprogramme entstanden unter eher angespannten Wohnungsmarktbedingungen. Die Ziele für die Baurechtschaffung (Wohnungsbau) lagen zwischen 2.500 und 3.500 WE p. a., um den Bedarf von 5.000 bis 7.000 WE p. a. decken zu können.

Neu gegenüber den früheren Programmzeiträumen ist der nun deutlich erkennbare Rückgang der Flächenpotentiale für den Wohnungsbau von rund 55.000 - 60.000 WE in WiM II/III/IV auf rund 46.000 WE in WiM V (siehe 2.3 ).

Die Zielzahlen im geförderten Wohnungsbau wurden von rund 900 WE p. a. (Mindestziel WiM II) auf rund 1.800 WE (WiM III und IV) gesteigert. Die Realisierung hängt stark von der Möglichkeit entsprechender Baurechtschaffung und geeigneten Flächenpotentialen ab.

München setzt seit vielen Jahren erhebliche kommunale Mittel für den geförderten Wohnungsbau ein. Dabei wurden kontinuierlich neue Zielgruppen berücksichtigt.

Die Förderquoten auf städtischen und privaten Flächen blieben durchweg ein wichtiges Thema: Die Anforderungen an die soziale Mischung bzw. Verträglichkeit fanden seit WiM IV stärker Berücksichtigung. Auf städtischen Flächen soll der Anteil der geförderten Wohnungen seitdem 50 % nicht übersteigen, auf privaten Flächen aber mindestens 30 % betragen.

Weil die Flächenreserven geringer werden muss nun u. a. verstärkt auf das Thema „Ankauf von Belegungsrechten“ gesetzt werden. Allerdings wird es auch in Zukunft schwerer bzw. aufwendiger werden, auf diesem Weg höhere Fallzahlen an geförderten Wohnungen zu schaffen.

Im Vergleich der deutschen Großstädte ist München die Stadt mit dem angespanntesten Wohnungsmarkt in Deutschland und das schon seit über 30 Jahren. Während sich die Wohnungssituation in den anderen Großstädten zwischenzeitlich relativ entspannt hatte, war die Situation in der Landeshauptstadt München mit gewissen Schwankungen durchgehend angespannt. Daher gibt es die wohnungspolitischen Handlungsprogramme hier schon seit 1989.

Viele der über Jahre entwickelten erfolgreichen Münchner Ansätze, wie z. B. das Konzept der Münchner Mischung, die sozialgerechte Bodennutzung, die kommunalen Wohnungsbauprogramme, die hohen kommunalen Fördermittel bzw. die Bestandsschutzinstrumente wurden von anderen Großstädten wie Stuttgart, Frankfurt, Köln und Hamburg z. T. modifiziert aufgenommen, da nun auch in diesen Städten die Einwohnerzahlen steigen und die Wohnungsprobleme zunehmen. Aber auch München kann von diesen Städten Anregungen erhalten, wie insbesondere die Diskussion um den innovativen Wohnungsbau z. B. bei den Themen Energieeffizienz und Baugemeinschaften/ Genossenschaften gezeigt hat.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung