Quelle: LHM DIR PIA, Michael Nagy

Neue Messe Riem

Der wachsende Erfolg der Messe München in den 1960er und1970er Jahren – die starke Nachfrage der Kunden bewirkte eine erfreulich hohe Auslastung der Hallen – führte dazu, dass das Unternehmen mit dem Ausstellungsgelände auf der Theresienhöhe an den Rand seiner Kapazitäten gelangte. So wurde sowohl seitens der Messe als auch der Anwohner der Theresienhöhe der Ruf nach einer Verlegung des Messegeländes aus der Stadtmitte laut. Jedoch erst nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof 1985 grünes Licht für den Bau des neuen Münchner Flughafens im Erdinger Moos gegeben hatte, erhielt die Verlegung der Messe München politische Unterstützung.

Im ersten Schritt erfolgte 1991 die Ausschreibung eines europaweiten städtebaulichen Ideenwettbewerbs zur Gestaltung eines neuen Stadtteils auf dem frei werdenden Flughafengelände in Riem, wobei die Messe in ein urbanes Umfeld eingebettet werden sollte. Im nächsten Schritt erhielt 1992 nach einem Realisierungswettbewerb zur konkreten Messeplanung das Architekturbüro Bystrup, Bregenhoj & Partner aus Kopenhagen den Zuschlag für ihre leichte, beschwingte Architektur.

Die Neue Messe München wurde weltweit zum Vorbild für moderne Messeplanung: Der riesige Gebäudekomplex, der unter Einhaltung ökologischer Grundsätze erstellt wurde, wirkt leicht und licht. Entsprechend der Messephilosophie wurden die Hallen optisch exakt gleich konzipiert, wodurch jedem Aussteller identisch attraktive Plätze angeboten werden können. Die Hallen sind ebenerdig und, da sie von einer Stahlkonstruktion überspannt sind, frei von Stützen – einmalig in der bisherigen Geschichte der deutschen Messearchitektur. Dies ist ein wesentlicher Grund für die hohe Funktionalität der Hallen. Durch die Verwendung von viel Glas bei der Fassadengestaltung durchflutet Tageslicht die Gebäude und schafft dadurch eine schon rein optisch menschenfreundliche Atmosphäre. Ein architektonisches Highlight ist mit einer Länge von 650 Metern das Atrium, das grüne Herz der Gesamtanlage. Die 19 Meter hohe lichtdurchflutete Eingangshalle und den großzügig angelegten Vorplatz mit dem Messesee als Bindeglied zur benachbarten Messestadt runden das Erscheinungsbild der Messe ab.

Seit der Verlegung der Messe an den Stadtrand ist auf der Theresienhöhe zudem die von den Anwohnern gewünschte Ruhe eingekehrt: Durch eine gelungene städtebauliche Planung ist die Durchmischung der Funktionen Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kultur und Erholung gelungen.

Die kontinuierliche erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der Messe München seit Eröffnung des neuen Messegeländes am 12. Februar 1998 belegt die Bedeutung der politischen Entscheidung, die Messe nach Riem zu verlegen. Die Messe München zählt zu den größten Messeunternehmen Deutschlands und befindet sich weiterhin auf wirtschaftlichem Wachstumskurs – sowohl im In- als auch im Ausland.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung