Quelle: LHM PLAN, Fotograf: Roland Weegen

Perspektive München

Die „Perspektive München“ ist das strategische Stadtentwicklungskonzept der Landeshauptstadt. Sie wurde seit 1998 entwickelt und bildet mit ihrem Leitmotiv, den Leitlinien, Projekten und Handlungsräumen den Orientierungsrahmen für die künftige Entwicklung Münchens.

Mit Stadtentwicklung ist nicht nur die baulich-räumliche Komponente von Stadtplanung gemeint, der Begriff umfasst auch gesellschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Entwicklungen. Der demografische und gesellschaftliche Wandel, die Globalisierung, klimatische Veränderungen und die Grenzen natürlicher Ressourcen stellen die Kommunen vor neue Herausforderungen. Das Stadtentwicklungskonzept kann deshalb kein starrer Plan sein, sondern bildet einen flexiblen Orientierungsrahmen, der stetig angepasst und fortgeschrieben werden muss.

Die Münchner Besonderheit

Die hohe Lebensqualität, die Nähe zu den Alpen, die niedrige Kriminalitätsrate, das große Angebot an Arbeits- und Ausbildungsplätzen, die kulturelle und gastronomische Vielfalt - es gibt viele Gründe, warum Menschen nach München ziehen. Momentan leben in der Landeshauptstadt 1,44 Millionen Personen auf 31.070 Hektar Fläche. Das sind 4633 Einwohner pro Quadratkilometer. 23 Prozent von ihnen haben ausländische Wurzeln, die Zahl der Hochbetagten nimmt zu. Ein Ende des Zuzugs ist nicht in Sicht: Bis 2030 wird die Einwohnerzahl auf 1,651 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner ansteigen. Für alle bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und den sozialen Ausgleich sicher zu stellen, wird eine der größten Herausforderungen für die Zukunft sein.

Die „Perspektive München“ als Wegweiser

Wie soll München in zehn, 20 oder 30 Jahren aussehen? Wie können und wollen die Menschen in Zukunft leben und arbeiten? Und welchen Einfluss haben wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklungen? An Fragen wie diesen setzt die „Perspektive München“ an. Nach früheren Stadtentwicklungsplänen von 1963, 1975 und 1983 wurde sie 1998 als Wegweiser für die kommenden Jahrzehnte entwickelt. Die letzte Fortschreibung von 2011, bei der die „Perspektive München“ um ein Leitmotiv und vier strategische Leitlinien ergänzt wurde, ist im Frühjahr 2012 in einem breit angelegten Bürgerbeteiligungsprozess diskutiert und im Juni 2013 vom Stadtrat beschlossen worden. Damit ist das neue Stadtentwicklungskonzept für die Stadtverwaltung als Orientierungsrahmen und Planungsgrundlage für Maßnahmen und Investitionen verbindlich.

Nächste Schritte

Für den Bereich Soziales ist eine neue thematische Leitlinie in Planung. Außerdem soll es künftig zehn Handlungsräume geben, die den Blick auf einzelne Stadtgebiete richten. Die Beteiligung der Öffentlichkeit, die im Frühjahr 2012 sehr erfolgreich war, soll ausgebaut und weitergeführt werden.

Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern

Ein Grundprinzip der „Perspektive München“ ist der kontinuierliche Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, Akteuren und gesellschaftlichen Gruppen. Sie sollen mitbestimmen können, wie ihre Stadt in Zukunft einmal aussehen soll.

Bestes Beispiel, wie das gelingen kann, war der breit angelegte Beteiligungsprozess zur Fortschreibung der „Perspektive München“ im Frühjahr 2012: Bei Diskussionen, Workshops und erstmals auch auf einer Internet-Plattform konnten sich die Bürgerinnen und Bürger zu den grundlegenden Zielen der Stadtentwicklung einbringen. Sie nutzten diese Chance sehr rege. In der Öffentlichkeitsphase wurde deutlich, dass besonders das Wachstum und der Umgang damit die Münchnerinnen und Münchner beschäftigt. Die rund 800 Vorschläge und Anmerkungen, davon 450 online, sind in die Fortschreibung der „Perspektive München“ eingeflossen oder werden den einzelnen Referaten zur Prüfung weitergeleitet.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung