Quelle: LHM DIR PIA, Michael Nagy

Sozialbürgerhauskonzept

Am 8.12.1995 wurde der Auftrag gegeben ein Sozialbürgerhaus zu konzipieren, zu erproben und dessen Übertragbarkeit auf andere Regionen zu sichern.

Nach dem Beschluss des Stadtrats „Das erste SBH im Münchner Süden an der Plinganserstraße 150“ vom 25.9.1997 startete dieses am 1.12.1997, zuständig für Thalkirchen, Obersendling, Fürstenried, Forstenried, Solln und Hadern mit damals insgesamt ca. 125.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, seinen Probebetrieb.

Damit konnten zum ersten Mal 54 verschiedene soziale Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger unter einem Dach angeboten werden, für deren Leistungserbringung zuvor 17 verschiedene Dienststellen verantwortlich waren.

Im Verlauf der praktischen Erprobung und konzeptionellen Weiterentwicklung erwies sich die Funktionsfähigkeit des Konzeptes und am 8.7.1998 beschloss der Stadtrat schließlich, dieses Sozialbürgerhaus als dezentrale Einrichtung weiterzuführen.

Die Zusammenführung der bürgerorientierten Dienste führt zu mehr Bürgernähe, Transparenz und Effektivität. Die Qualität der Dienstleistungen verbessert sich für die Bürgerinnen und Bürger durch die interdisziplinäre Struktur und Arbeitsweise, den koordinierten und effizienten Arbeitsablauf und das verbindliche Zusammenwirken der Dienste.

In den folgenden Jahren wurden vom Gesetzgeber eine Reihe von umfangreichen gesetzlichen Änderungen vorgenommen. In deren Folge waren das Verwaltungshandeln und damit auch das Konzept der SBH weiterzuentwickeln und an die veränderten Anforderungen anzupassen.

In diesem Zusammenhang sind hier die Reform des SGB II in den Jahren 2005 und 2011, die Reform des SGB XII im Jahr 2005 und verschiedene, teils sehr weitreichende Reformen des SGB VIII beispielhaft anzuführen.

Die bestehende grundsätzliche Anschlussfähigkeit der Sozialbürgerhäuser für andere Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer sowie neue Fachlichkeiten ermöglicht auch die Integration und Zusammenarbeit mit der ARGE GmbH, seit 1.1.2011 als neue Organisationsform Jobcenter München, ohne das System der Sozialbürgerhäuser grundsätzlich verändern zu müssen.

Nach und nach bekam jede Sozialregion „ihr“ Sozialbürgerhaus und am 25.2.2008 öffnete mit dem SBH Ramersdorf-Perlach das letzte ausstehende Haus seine Türen für die Bürgerinnen und Bürger.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Sozialreferat