Quelle: GEWOFAG, Fotografin: Anja Wechsler

Nachbarschaftstreffs

Die Vollversammlung des Stadtrats der Landeshauptstadt München fasste am 24.11.1999 den Grundsatzbeschluss zur „Unterstützung sozial verträglicher Wohn- und Wohnumfeldstrukturen“. Damit konnte die Umsetzung der Konzeption, d.h. der Aufbau und Ausbau der „Quartierbezogenen Bewohnerarbeit“ beginnen. Die Leitidee ist, dem Bürgerschaftlichen Engagement Möglichkeiten und Raum zu geben. Bewohnerinnen und Bewohner können so ihre Interessen und Ideen gemeinsam mit anderen umsetzen – daraus entstehen lebendige Nachbarschaften in der Großstadt.

Bereits 1998, unabhängig vom Beschluss des Stadtrats, begann die Kooperation des Sozialreferats mit der Wohnungswirtschaft. Den Startpunkt bildete ein Projekt mit einer städtischen Gesellschaft, bei dem Räume mietfrei zur Verfügung gestellt wurden, die seitdem als Nachbarschaftstreff genutzt werden. Aus diesem Anfang ist eine breite Kooperation entstanden, aufgrund derer 18 von derzeit 34 Nachbarschaftstreffs in Räumen untergebracht sind, die durch den jeweiligen Vermieter ohne Entgelt überlassen werden. Hinzu kommen fünf Treffs, die sich in eigenen Räumen der Stadt München befinden.

Die Kooperation beschränkt sich nicht mehr nur auf die mietfreie Überlassung von Räumen. Durch die Kontakte zu den Hausmeistern und örtlichen Hausverwaltungen gibt es einen Austausch über die Belange des Quartiers. Die Wohnungsunternehmen beteiligen sich an gemeinsamen Festen, teilweise auch finanziell. Die Sicht auf soziale Belange hat sich in der Wohnungswirtschaft gewandelt, wurde Bestandteil der Unternehmensstrategien und hat sogar dazu geführt, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen ihrer Arbeitszeit in Nachbarschaftstreffs engagieren können.

Um den konzeptionellen Ansatz und die bisherige Praxis im Hinblick auf weitere Entwicklungen überprüfen zu können, wurde im Juli 2010 mit der Hochschule München, Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften, Prof. Dr. Peter Dürr und Prof. Dr. Peter Sprinkart ein Werkvertrag geschlossen, in dem die Hochschule München mit der Erstellung einer Wirkungsanalyse im Bereich der vom Amt für Wohnen und Migration geförderten Nachbarschaftstreffs beauftragt wurde.

Es ist das Anliegen des Sozialreferats, die Kooperation mit der Wohnungswirtschaft im Dialog weiterzuführen. Die Ergebnisse der Studie „Wirkungsanalyse von Nachbarschaftstreffs, Studie zur Wahrnehmung des Angebots durch Wohnungswirtschaft, Anwohner und Träger“, die mit den Beteiligten im Juli 2011 erörtert wurden, sind in dieser Broschüre zusammengefasst. Die Grundlagen der Konzeption der Nachbarschaftstreffs sind im Überblick dargestellt. In einem weiteren Kapitel wird die Frage erörtert, was Bürgerschaftliches Engagement ist.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Sozialreferat