Quelle: LHM DIR PIA, Michael Nagy

Münchner Krautgärten

Urbanes Gärtnern und die Münchner Krautgärten

Der Wunsch, innerhalb von Städten eigenes Gemüse anzubauen, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem deutlichen Trend entwickelt. So sind in vielen Städten auf geeigneten Flächen gemeinschaftliche Gärten in unterschiedlichen Nutzungsformen entstanden. Ob in Kleingärten, Interkulturellen Gärten oder in Mietergärten des Geschosswohnungsbaus, die Lust zum Gärtnern hat viele gepackt. Die Münchner Krautgärten sind eine spezielle Form, den Traum vom eigenen Gemüsegarten zu erfüllen. Für viele Menschen werden auf diese Weise Flächen zum Anbau und zur Selbsternte in der Stadt bereit gestellt.

Die Entstehung der Münchner Krautgärten

Den Münchner Grüngürtel und die Landwirtschaft vor Ort zu erhalten, ist erklärtes Ziel der Stadtentwicklung. In enger Kooperation zwischen der Stadt München und den Grüngürtel-Bauern sind Projekte zur nachhaltigen und zukunftsfähigen Landwirtschaft entstanden. Die Münchner Krautgärten sind dabei eines der erfolgreichsten Projekte, die gemeinsam mit der Abteilung Grünplanung des Referates für Stadtplanung und Bauordnung entwickelt wurden. Im Jahre 1999 wurden auf einem Acker in München- Johanneskirchen von einem Landwirt die ersten 13 Krautgartenparzellen an interessierte Bürgerinnen und Bürger verpachtet.

In den folgenden Jahren hat sich dieser erste Anfang zu einer Bewegung entwickelt, die in der Stadt auf wachsendes Interesse stößt. Mittlerweile sind es 17 Standorte mit ca. 1115 Parzellen. Die Nachfrage ist groß, jedes Jahr entsteht ein neuer Standort.

Welche Ziele werden verfolgt?

Die Münchner Krautgärten stehen allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen, die Gemüse, Blumen und Kräuter anbauen und für sich selbst nutzen wollen. Darüber hinaus können zum Beispiel Kinder am eigenen Gemüse die Entwicklung der Pflanzen beobachten. Neue Bekanntschaften entstehen und Erfahrungen werden ausgetauscht, nicht nur was gärtnerische Themen betrifft. So wird beim Gärtnern auch die Kommunikation untereinander ganz selbstverständlich.

Die Krautgärten im Jahreslauf

Möglichst siedlungsnah sollen die Krautgärten auf einer Ackerfläche liegen, die von einem Landwirt im Frühjahr vorbereitet, bepflanzt, eingesät und in Parzellen (in der Regel 30 – 60 m²) aufgeteilt wird. Eine Teilfläche bleibt frei und steht für eigene Anbauwünsche offen. Die Parzellen werden an interessierte Bürgerinnen und Bürger verlost, die dann von Anfang Mai bis November die Pflege und selbstverständlich die Ernte übernehmen. Grundsatz ist dabei biologische Bewirtschaftung ohne Einsatz von Mineraldünger und chemischen Pflanzenschutzmitteln. Nach Ende der Erntezeit wird die gesamte Fläche abgeräumt und geht wieder an den Landwirt zurück, der die Vorbereitungen für die nächste Gartensaison trifft.

Die angebauten Gemüsesorten

Bereits mit der Vorbepflanzung ist ein breites Spektrum der in unseren Breiten anbaufähigen Gemüsesorten, von Kartoffeln über Lauch, Mangold, Wirsing, Zwiebeln und vieles mehr abgedeckt. Zusätzlich zu dieser Fülle von etwa zwanzig verschiedenen Gemüsesorten können die frei gehaltenen Bereiche, oder wo schon geerntet wurde, nach eigenen Wünschen neu bepflanzt werden. Oft werden auch einjährige Kräuter und Blumen angebaut. So verändern sich die Krautgartenstandorte von einem mit Jungpflanzen bestandenen Acker im Frühjahr zu einem reichhaltigen, blühenden und duftenden Garten im Herbst mit hohem Freizeitwert.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung