Quelle: Stefan Müller-Naumann

Quelle: Stefan Müller-Naumann

Quelle: Stefan Müller-Naumann

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Technisches Rathaus

Bis zur Fertigstellung des Technischen Rathauses am Ostbahnhof waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Baureferates auf 23 verschiedene Dienststellen in der Stadt verteilt. Baureferent Horst Haffner setzte sich seit seinem Amtsantritt 1988 dafür ein, sie unter einem gemeinsamen Dach zu versammeln. Zuerst wurde ein Raumprogramm erstellt, dann mittels Architektenwettbewerb eine Gebäudeform gefunden und anschließend das Haus bis ins Detail geplant. Dem folgte eine intensive dreijährige Bauzeit, die unbedingt eingehalten werden musste, damit die bisherigen, angemieteten Bürogebäude rechtzeitig gekündigt werden konnten. Bauherr des Projektes war im Auftrag der Landeshauptstadt München die HANKO Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. Vermietungsgesellschaft KG. Die Baukosten lagen bei gut 142 Millionen Euro und unterschritten das Kostenlimit um 6,85 Millionen Euro. Die Planungen begannen 1994, der Bau begann 1997 und wurde im April 2000 bezogen.

Der Verwaltungsbau mit 1200 Büros fügt sich mit seiner Blockrandbebauung geschickt ins Viertel. Der 63 Meter hohe Turm setzt ein weithin sichtbares Zeichen, der grüne Innenhof bietet Mitarbeitern und Anwohnern Platz zur Rast. Von hier aus lässt sich das Kunstwerk „Courtyard in the Wind” (Hof im Wind) erleben – eine Scheibe im Hof dreht sich langsam, wenn der Wind den Zwölf Meter hohen Rotor auf der Turmspitze antreibt (siehe dazu Kunst am Bau).

Der besondere Wert des Hauses liegt in seinem Inneren. Das Baureferat präsentiert sich als ein offenes Haus. Überall gibt es Einblicke und Durchblicke. Die Besucher erleben Menschen bei der Arbeit. Niemand verschanzt sich hinter Wänden, verschlossenen Türen oder Aktenbergen. Das Haus verkörpert den von der Belegschaft gelebten Geist: Die öffentliche und transparente Verwaltung, die für die Bürgerinnen und Bürger da ist. Der Bau lebt durch seine Transparenz – über großzügige Fensterbänder und Oberlichter in den Flurwänden fällt das Tageslicht bis in die Mittelzone des dreispännigen Gebäudes.

Schlichte Materialien wie das Leichtmetall der Fassade und der Sichtbeton der Wände und Decken verleihen dem Sitz des Baureferates den ihm angemessenen „Werkstatt-Charakter”. Eine freundliche Atmosphäre prägt das Betriebsrestaurant. Helle Holzfußböden und Blumen auf den runden Tischen empfangen den Gast. Von hier aus, aber auch von den Büros um den Innenhof, hat man einen Blick auf die Anlagen des integrierten Kindergartens und der Kinderkrippe. Man kann mitten in der Bürowelt den Alltag der Kinder erleben. Raumerlebnis und Platz für Veranstaltungen bietet die Halle an der Friedenstraße, die zu den Konferenzräumen überleitet. Halle und Konferenzräume können auch für private Events gemietet werden.

Kunst am Bau

Für das Technische Rathaus wurde von der „Kommission für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum“ die Realisierung des Entwurfs „Courtyard in the Wind“ (2000) des amerikanischen Künstlers Vito Acconci und seinem Studio empfohlen. „Wie in einer Reihe anderer Entwürfe antwortet das Acconci Studio mit Courtyard in the Wind im Sinne einer Art von „De-Design“ auf die vorgegebene Architektur. Das heißt hier: Ein Teil der Architektur wird in Bewegung gesetzt. Gleichzeitig wird das Oben nach Unten geholt. Konkreter: Aconcci Studio installiert auf dem Turm des Technischen Rathauses einen Windrotor und im Hof eine motorbetriebene Ringscheibe. Wenn der Wind weht, dreht sich der Windrotor. Der Rotor produziert Strom. Der Strom wiederum setzt die Scheibe unten im Hof in Bewegung. Gebrochen durch die technologische Vermittlung bewegt der Wind hier etwa nicht nur die Blätter und Äste eines Baumes, sondern, im Sinne einer Neuinterpretation der Formulierung „Hof im Wind“, versetzt er ein Teilstück des Hofes samt Baum, Bank und Laterne, Weg und Wiese in langsame Rotation.“

Architektur:
Ganzer + Unterholzner, München

Landschaftsarchitektur:
Wolfgang Niemeyer, München

QUIVID:
Dr. Heinz Schütz, QUIVID-Karte Vito Acconci Studio

Quelle:
Landeshauptstadt München
Baureferat