Quelle: LHM DIR PIA, Michael Nagy

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Quelle: LHM DIR PIA, Michael Nagy

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Quelle: LHM DIR PIA, Michael Nagy

St.-Jakobs-Platz

Der St.-Jakobs-Platz war eine der letzten innerstädtischen Restflächen, genutzt als Parkplatz, Spielplatz und temporärer Veranstaltungsort. Mit dem Jüdischen Gemeindezentrum, einem Ensemble aus drei Gebäuden – dem jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrum mit Grundschule und Kindergarten, einem koscheren Restaurant und Veranstaltungsräumen, der neuen Münchner Hauptsynagoge mit 500 Sitzplätzen sowie dem Jüdischen Museum mit 800 m² Ausstellungsfläche und einem Café – wird der Platz zu einer neuen städtischen Mitte. Durch die differenzierte, plastische Gestalt der Bauten und ihre Stellung zueinander entstehen abwechslungsreiche Räume und Orte der Begegnung. Mit dem Bau des Jüdischen Gemeindezentrums findet die Jüdische Gemeinde wieder einen würdigen Platz im Herzen der Münchner Altstadt.

Als zentraler Standort fügt sich der Platz als wichtiger Baustein in das pulsierende Stadtgefüge ein. Gläubige, Kulturinteressierte und Museumsbesucher, aber auch die Anwohner finden hier einen Freiraum zum Flanieren, Entspannen und Spielen. Die lockere Anordnung von Bäumen und Bänken, ein Brunnen und ein moderner Spielplatz tragen dazu bei, dass sich urbane Lebendigkeit entwickelt. Das sorgfältig ausgewählte Pflaster – anthrazitfarbener Granit aus dem Bayerischen Wald – knüpft auf moderne Weise an das historische Pflaster der Altstadt an und setzt einen gelungen Kontrast zum Travertin der Hochbauten.

Neubau: 2003-2006
Gemeindezentrum und Hauptsynagoge
Bauherr: Israelitische Kultusgemeinde für München und Oberbayern
Architekten: Wandel Hoefer Lorch, Saarbrücken
Jüdisches Museum
Bauherr: Landeshauptstadt München
Architekten: Wandel Hoefer Lorch, Saarbrücken
Platzgestaltung
Landschaftsarchitekten: office regina poly, Berlin

St.-Jakobs-Platz: Die Stadt heilt eine innerstädtische Wunde

Bedeutende stadtgestalterische Akzente setzte die Stadt mit der Neugestaltung des St.-Jakobs-Platzes und dem Bau des Jüdischen Museums. Bis in das 19. Jahrhundert war der im Angerviertel liegende Ort ein bedeutender Marktplatz mit Zeug-, Feuerwehr- und Seidenhaus. Im Zweiten Weltkrieg zerstört und dann nur teilweise wiederhergestellt, klaffte hier seitdem eine offene Wunde in der Münchner Innenstadt.

Heute präsentiert sich der St.-Jakobs-Platz wieder seinem zentralen Standort angemessen. Auf einer 1,1 Hektar großen Brachfläche im Herzen der Stadt entstand ein Ort der Begegnung: ein bauliches Ensemble, das weit mehr bedeutet als nur eine Stadtreparatur. 68 Jahre nach der Zerstörung ihrer Hauptsynagoge an der Herzog-Max-Straße kehrte die Israelitische Kultusgemeinde mit der neuen Synagoge, dem Gemeindezentrum und dem Jüdischen Museum in die Mitte der Stadt zurück. Das am 9. November 2006 der Öffentlichkeit vorgestellte Ensemble ist das bislang größte jüdische Neubauprojekt in Europa. Bereits Ende 1998 legte der Münchner Stadtrat in einer Grundsatzentscheidung fest, in Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde auch ein dauerhaftes Jüdisches Museum einzurichten. Im Oktober 2002 erteilte dann das Gremium dem Baureferat den Projektauftrag für den Bau des Museums auf dem zentralen Grundstück, das die Stadt für das gesamte Ensemble zur Verfügung stellte.

Trotz unterschiedlicher Größe und Gestalt prägt die drei Gebäude nach außen hin ein gemeinsames Material, der Travertin. Die gemeinsame Hülle aus dem hellen Naturstein lässt die Anlage harmonisch erscheinen. Das Großsteinpflaster der Platzfläche aus anthrazitfarbenem, heimischen Granit setzt einen sorgfältigen Kontrast zum Material der Hochbauten. Durch die drei Gebäude definiert sich der Platz neu: In der Beziehung zum Angerkloster und zum Münchner Stadtmuseum bündelt sich hier ein einzigartiges kulturelles und historisches Umfeld. Ziel war es, auf dem neu gestalteten Platz mit einem Spielbereich, einem Brunnen und lockerkronigen Bäumen vielfältige Aufenthaltsqualität zu schaffen und mit dem Museumsbau nicht nur der historischen Last zu gedenken, sondern auch den kulturellen Dialog mit dem Judentum zu fördern.

Städtebauliche Konzeption und Entwurf:
Wandel Hoefer Lorch Architekten, Saarbrücken
Platzgestaltung: office regina poly, berlin

Quelle:
Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung
Baureferat