Quelle: GSP Architekten, München und Rainer Schmidt, Landschaftsarchitekten, München

Quelle: GSP Architekten, München und Rainer Schmidt, Landschaftsarchitekten, München

Quelle: GSP Architekten, München und Rainer Schmidt, Landschaftsarchitekten, München

Quelle: GSP Architekten, München und Rainer Schmidt, Landschaftsarchitekten, München

Prinz-Eugen-Park

Die ehemalige Prinz-Eugen-Kaserne im Münchner Osten ist eine von mehreren freigegebenen Militärflächen, die die Stadt München nun städtebaulich entwickelt. Auf dem ca. 30 Hektar großen Gelände soll von 2014 an ein neues Quartier mit etwa 1800 Wohnungen entstehen. Rund 500 Wohnungen sind als ökologische Mustersiedlung geplant, in der der Rohstoff Holz eine besondere Rolle spielen wird.

Das Planungsgebiet liegt in Oberföhring und ist fünf Kilometer vom Münchner Stadtzentrum entfernt. Die Stadt hat das Gelände 2005 erworben und 2008 einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerb ausgelobt. Den ersten Preis erhielt die Bürogemeinschaft GSP Architekten mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten, beide aus München. Das Leitbild der Münchner Stadtentwicklung „kompakt, grün, urban“ spiegelt sich klar in ihrem Entwurf wider.

Planungskonzept

Der Siegerentwurf sieht zur Cosimastraße hin eine viergeschossige, urbane Bebauung mit zurückgesetztem Dachgeschoss vor. Im rückwärtigen Bereich liegen so genannte Cluster mit vielfältigen Wohnformen für unterschiedliche Alters- und Gesellschaftsschichten - verdichtete Flachbauten, Reihenhäuser, Stadtvillen und Mehrfamilienhäuser. Das Zentrum des neuen Wohngebiets bildet ein lebendiger Quartiersplatz mit Läden und Gastronomie. 50 Prozent der Wohnungen entstehen im geförderten Wohnungsbau.

Weitere Nutzungen

Entlang der Cosimastraße ist ein Nahbereichszentrum mit zirka 5000 Quadratmetern Geschossfläche für Handels- und Dienstleistungsflächen vorgesehen. Hinzu kommen Kindergärten, eine Grundschule und ein Bürgerhaus mit einem Altenservicezentrum und Angeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Die Schwimmhalle der Kaserne, die eine wichtige Rolle im örtlichen Sport- und Vereinsleben spielt, ist erhalten geblieben. Sie wurde 1976 errichtet und verfügt über einen in München einmaligen „Tauchtopf“ mit Hebebühne zum Tauchtraining. Die anderen Sportanlagen wurden abgetragen.

Grün- und Freiräume

Wertvolle Biotope, alte Bäume und Wiesen verleihen dem Gelände schon heute einen parkähnlichen Charakter. Die Identität des Ortes wurde daher zum Ausgangspunkt der Planung gemacht: Das neue Quartier wird in eine Parklandschaft eingebettet, durch die sich ein Netz aus Fuß- und Radwegen spannt. Innerhalb der öffentlichen Grünflächen sollen vielfältige Freiräume für alle Altersgruppen entstehen. Der alte Baumbestand bleibt so weit wie möglich erhalten.

Erschließung

Zwei von West nach Ost verlaufende Stichstraßen und eine Nord-Süd-Spange verbinden das Wohngebiet mit der Cosimastraße. So soll Durchgangsverkehr vermieden werden. Alle Baufelder werden durch Tiefgaragen erschlossen. Um die Auswirkungen der Planung auf die Umgebung aufzuzeigen, gab die Stadt ein Verkehrsgutachten in Auftrag.

Der Prinz-Eugen-Park als ökologische Mustersiedlung

Zentrales Thema, dem sich die Stadtplanung in Zukunft stellen muss, ist der schonende Umgang mit Umwelt und Energie im Sinne eines ökologischen Siedlungsbaus. Deshalb soll ein Teilbereich des Prinz-Eugen-Parks mit 500 Wohnungen nach einem Stadtratsbeschluss zu einer ökologischen Mustersiedlung werden. Unter anderem werden dort neue Energiesparstandards gesetzt.

Stand der Planung

Das Areal liegt inmitten eines voll entwickelten und gewachsenen städtischen Umfelds. Deshalb hatte das Referat für Stadtplanung und Bauordnung von Beginn an ein hohes Interesse an einer aktiven Mitwirkung der Anwohnerschaft am Planungsgeschehen. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit fand in einer erweiterten Form statt: Im Juli 2010 konnten die Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Anregungen bei einem ganztägigen Workshop einbringen, etwa 80 Personen folgten der Einladung.
Der Entwurf von GSP Architekten mit Rainer Schmidt, Landschaftsarchitekten aus dem städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb bildet die Grundlage für den Bebauungsplan mit Grünordnung Nummer 2016, der im April 2013 in Kraft trat. Anfang 2014 soll mit der Ausschreibung der Baugrundstücke begonnen werden.

Historie

Die Prinz-Eugen-Kaserne wurde ab 1934 als Lohengrin-Kaserne errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen US-Truppen die Gebäude und richteten dort auch eine Unterkunft für Displaced Persons ein. Von 1956 bis April 2009 nutzte die Bundeswehr die Kaserne mit ihren 35 Gebäuden und 18 unterirdischen Schutzräumen als Pionierschule. Als sich der Umzug der Pionierschule nach Ingolstadt abzeichnete, ergriff die Stadt München die Chance, das Areal zu kaufen und dort ein Quartier zu entwickeln, um dringend benötigten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Im Gegensatz zu anderen ehemaligen Militärflächen übernahm der Bund als vormaliger Grundstückseigentümer den Abbruch der bestehenden Gebäude und die Entsorgung der Altlasten.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung