Quelle: Stefan Müller-Naumann

Quelle: Stefan Müller-Naumann

Quelle: Stefan Müller-Naumann

Quelle: Baureferat

Erweiterung U-Bahnhof Fröttmaning

Alte und neue Ansprüche

Die Entscheidung zum Stadion-Neubau 2001 machte eine Neukonzeption und eine Erweiterung des bestehenden Oberflächenbahnhofs Fröttmaning zu einem Stadionbahnhof nötig. Ziel der Erweiterung war es, den Fußballfans die An- bzw. Abfahrt innerhalb einer Stunde zu ermöglichen. Außerdem sollten die Besucher, Kunden und Mitarbeiter der ansässigen Firmen auch weiterhin eine komfortable Anbindung an die U-Bahn beibehalten. Dafür wurde der zweigleisige Bahnhof von 1994 zu einem viergleisigen mit zwei Bahnsteigen und zwei neuen Sperrengeschossen umgebaut. Die vorhandene Südbrücke wurde verlängert und eine neue zusätzliche Fußgängerbrücke am Nordende des Bahnhofs errichtet. Sie führt den Hauptbesucherstrom direkt zur Esplanade der Allianz Arena. Es wurden Abstellgleise mit 21 Weichen für elf Langzüge gebaut. Zu Spitzenzeiten fährt die U-Bahn im Zweieinhalb-Minuten-Takt. Um möglichst viel Verkehr von der Stadt fernzuhalten, ist außerdem in unmittelbarer Nähe zur A9 ein großes Park + Ride-Parkhaus mit direktem U-Bahnanschluss situiert. Es bietet auf neun Parkebenen Platz für knapp 1300 PKW.

Luftiges Baumdach

Eine besondere Dachkonstruktion überspannt den oberirdischen Bahnhof mit einer sanften Wölbung. Auf beiden Bahnsteigen stehen mittig stählerne „Baumstützen“. Sie bestehen aus je vier Stahlrundrohren, die durch einen Gussknoten miteinander verbunden sind und sich nach oben konisch verjüngen. Diese baumartigen Rohrkonstruktionen tragen das gewölbte Dach. Die Profilierung der Dachhaut erinnert an die Kammern eines Gleitschirms. Sie besteht aus lichtdurchlässigem, kunstharzbeschichtetem Glasfasergewebe und sorgt für eine Mischung aus natürlicher und künstlicher Beleuchtung. Die künstliche Beleuchtung der Bahnsteighalle erfolgt über spezielle Leuchtstoffstrahler, die oberhalb der Knotenpunkte in die Baumstützen integriert sind. Über schräg stehende Lamellen fällt das Licht direkt auf den Bahnsteig. Der größere Lichtanteil wird nach oben gerichtet und von den weißen Membranflächen des Daches reflektiert. Während der gesamte Boden in hellem Granit ausgeführt ist, sind die Wände der Sperrengeschosse entweder dunkel verputzt oder verkleidet.

Natur und Kunst

Das Bahnhofsbauwerk wird in den sensiblen Biotopbereich der westlich angrenzenden Fröttmaninger Heide durch den fließenden Übergang zu einem begrünten Wall landschaftlich eingebunden. Dieser sorgt gleichzeitig für den notwendigen Schallschutz der Anwohner und wird zur Bahnhofsseite von einer Stützmauer aus Stahlbeton abgefangen. Die rund 6,7 Meter hohe und 250 Meter lange Wand schließt den Bahnhof nach Westen ab. Diese Stützmauer gestaltete Peter Kogler künstlerisch. Er entwarf für die spezifische Situation der Haltestelle am Fußballstadion ein dynamisches Liniengeflecht über die gesamte Wand. Aus der Ferne zeigt sich ein überschaubares Bild. Für den bewegten Betrachter scheinen sich die Linien zu verändern und zu bewegen. Assoziationen wie Gleisgewirr und Massenbewegung sind denkbar.

Architektur:

Rohbauplanung, Ausbaukonzept
und Ausführungsplanung:
Julia Mang-Bohn + Peter Bohn, Bohn Architekten
Landschaftsplanung:
Dr. H. M. Schober, Büro für Landschaftsarchitektur

Quelle:
Landeshauptstadt München
Baureferat