Quelle: EMM, Lei Mao

Innenstadtkonzept

Die Innenstadt ist für die Stadtentwicklungsplanung traditionell von besonderer Bedeutung. Auf der Grundlage der so genannten „City-Studie“ von 1985 wurde das Innenstadtkonzept bereits 1989 erarbeitet und 1991, 1996 und zuletzt 2006 fortgeschrieben. Die zentrale Zielsetzung ist dabei bis heute, trotz wechselnder thematischer Schwerpunkte, unverändert geblieben.

Das Ziel des Innenstadtkonzeptes ist es, die Urbanität der Europäischen Stadt mit ihrer tradierten Nutzungsmischung aus Handel, Arbeiten, Wohnen und Kultur zu erhalten, also hohe Erlebnisdichte bei geringer Flächenausdehnung. Die Innenstadt soll, auch in Zukunft, ein wesentlicher Identifikationsraum der Stadtgesellschaft sowie für deren Gäste sein. Die Lebendigkeit einer Innenstadt hängt dabei wesentlich von einer offenen Diskussionskultur über Identität und Wandel ab. Nur so kann München zukunftsfähig bleiben, ohne dabei seine Eigenart zu verlieren. In der „Aktionsgemeinschaft Attraktive Innenstadt“, im Verein „City Partner München GmbH“ und in den Veranstaltungen der Bezirksausschüsse wird hierzu ein wesentlicher Beitrag geleistet.

Die Münchner Innenstadt ist starken Veränderungen ausgesetzt. Vor allem durch den seit den 1990er Jahren anhaltenden Bau- und Investitionsboom wird sie mit neuen Rahmenbedingungen konfrontiert. Zukünftige Aufgabe der Stadtentwicklung und -planung wird es sein, das große Entwicklungspotenzial der Vielzahl der anstehenden Umstrukturierungen in die gewachsene Stadtstruktur zu integrieren. Ziel ist es, Kontinuität zu schaffen und Wandel zu ermöglichen.

Unter dieser Prämisse erfasst das Innenstadtkonzept die Themenstellungen Wohnen, Einzelhandel, Arbeiten und Dienstleistung, Verkehr, Stadtgestalt, Freizeit und Kultur und Tourismus, Grün- und Freiflächen, öffentlicher Raum und den Innenstadtrand.

Doch was zählt überhaupt zur Innenstadt? Die Abgrenzung der Innenstadt war von Beginn an eine wichtige Fragestellung des Innenstadtkonzeptes und bleibt Diskussionsaufgabe für die Zukunft. Die Innenstadt wird oft mit der Altstadt, d.h. dem Gebiet innerhalb des Altstadtrings, gleichgesetzt. Ebenso werden mit dem Begriff Innenstadt oft auch die drei Stadtbezirke Altstadt- Lehel, Maxvorstadt und Ludwigsvorstadt- Isarvorstadt in ihren verwaltungsmäßigen Abgrenzungen bezeichnet. Der Begriff der Innenstadt umfasst jedoch weit mehr. Er steht für „weiche“ Faktoren wie Identifikation, Image, Charakter, Wahrnehmbarkeit, Zugehörigkeit ebenso wie für stadtstrukturelle Faktoren, zum Beispiel den zentralen Versorgungs- und Einkaufsbereich. Auch morphologische Zusammenhänge werden hier berücksichtigt.

Das vorliegende Innenstadtkonzept geht von einer stadtstrukturellen Abgrenzung des Begriffs aus. Dabei wird der Bereich innerhalb des Altstadtrings zusammen mit dem Bereich um den Hauptbahnhof herum als Grundlage für die Betrachtungen herangezogen. Die direkt an die Innenstadt angrenzenden Stadtviertel werden als Innenstadtrandbereiche bezeichnet. Die bestehenden verwaltungsmäßigen Abgrenzungen bleiben von diesen Definitionen unberührt.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung