Quelle: QS2M

Quelle: PLAN

Quelle: wulf architekten mit Johann Senner

Quelle: wulf architekten mit Johann Senner

Freiham

Freiham: Wohnen

Freiham ist eine der letzten zusammenhängenden Flächenreserven Münchens. Am westlichen Stadtrand der Landeshauptstadt München wird ein neuer Stadtteil entwickelt.

Zwischen dem Autobahnring A99 und der bestehenden Siedlung Neuaubing / Aubing wird in den nächsten 20 bis 30 Jahren, unter dem Motto „Stadt-Weiterbauen“ hier ein Lebens(t)raum für 18 – 20.000 Münchnerinnen und Münchener entstehen. Das Gesamtareal mit rund 190 ha beinhaltet ein Stadtteilzentrum, einen Bildungscampus und Sportpark, ein Quartierszentrum sowie Wohnquartiere mit rund 8.000 Wohnungen, Grün- und Freiflächen und einen 55 ha großen Landschaftspark. Insgesamt 7.500 Menschen werden dort Arbeit finden.

Die Stadtplanung für Freiham verfolgt ein übergeordnetes und eindeutiges Ziel: Freiham soll ein echter Münchner Stadtteil werden - mit Charakter und Charme, aber auch mit Ecken und Kanten.

Aktuell wird der Bebauungsplan mit Grünordnung, also die rechtliche Grundlage für das Bauen, für den ersten von drei Realisierungsabschnitten erarbeitet. Ab 2017 sollen die ersten Menschen in Freiham in ihre neuen Wohnungen einziehen.

Projekt: Strukturkonzept Freiham Nord
Städtebau: eevas, München
Landschaftsarchitektur: terra.nova, München
Projekt: Städtebauliches Konzept 1. Realisierungsabschnitt
Bereich A (Stadtteilzentrum, Schul- und Sport­zentrum)
Architektur: Ortner & Ortner, Berlin
BSM – Beratungsgesellschaft für Stadt­erneuerung und Modernisierung, Berlin
Landschaftsarchitektur: Topotek 1, Berlin
Bereich B (Wohnen und Quartierszentrum)
Architektur und Landschaftsarchitektur:
west 8, urban design & landscape architecture, Rotterdam

Freiham: Nachhaltigkeit

Der neue Stadtteil Freiham Nord soll sich nicht nur als ein attraktiver Wohnstandort etablieren, sondern auch ein Beispiel für nachhaltigen Städtebau werden.

Das ökologische Konzept für Freiham Nord umfasst unterschiedliche Aspekte wie den flächensparenden Umgang mit Grund und Boden oder eine starke Durchgrünung des gesamten Stadtteils.

Die Wärmeversorgung in Freiham wird CO2-arm über das Niedertemperaturnetz der Fernwärme aus dem im Stadtteil gelegenen Geothermie-Heizwerk erfolgen.

Freie Dachflächen stehen für ein gut gestaltetes Miteinander von Solarstromerzeugung durch Photovoltaik-Anlagen sowie zur Erholung und Nutzung von Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung. Die energetischen Anforderungen an die Gebäude sollen insbesondere über ein hinreichend großes Gebäudevolumen sowie über eine flächenoptimierte Ausformulierung der Außenflächen erreicht werden.

Die kleinteilige Verteilung der wesentlichen Nutzungen vor Ort, ein dichtes Netz an Fuß- und Radwegen sowie die gute ÖPNV Anbindung an die Innenstadt ermöglichen eine weitgehend vom Auto unabhängige Mobilität.

Architektur:
Bohn Architekten, München


Freiham: Grundschulen

München wächst. Wegen steigender Einwohnerzahlen hat die Landeshauptstadt dringenden Bedarf an zusätzlichen Grundschulplätzen. In mehreren großen Neubaugebieten sollen insgesamt vier nach dem sogenannten Lernhauskonzept strukturierte Grundschulen zeitgleich errichtet und bereits im Jahr 2017 fertiggestellt werden. Zwei davon in Freiham:

  • Eine fünfzügige Grundschule in Freiham II (Mitte) am Quartierszentrum mit Räumen für ganztägige Betreuung sowie einer Zweifachsporthalle mit Freisportanlagen und eines Hauses für Kinder mit 3 Krippen- und 3 Kindergartengruppen im 22. Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied
  • und eine ebenfalls fünfzügige Grundschule in Freiham III (Nord) an der „Aubinger Allee“ mit Räumen für ganztägige Betreuung sowie einer Zweifachsporthalle mit Freisportanlagen im 22. Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied.

Zwei weitere Grundschulen sollen – ebenso rasch und effizient – an der Ruth-Drexel-Straße (Teilfläche der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne) in Bogenhausen und an der Domagkstraße (Teilfläche der ehemaligen Funkkaserne) in Schwabing-Freimann entstehen. Und es gibt weiteren Bedarf für zusätzliche Standorte.

Besondere Herausforderung

Am 19. Dezember 2012 beauftragte der Münchner Stadtrat das Baureferat, den Wettbewerb auszuloben, am 11. Oktober 2013 wurde der Realisierungswettbewerb entschieden. Die planerischen Lösungen für die vier Grundschulen waren auf der Grundlage eines modularen Systems zu entwickeln, das zu reduzierten Baukosten und minimierten Bauzeiten führt. Besondere Herausforderung und Grundidee des Wettbewerbes war die Entwicklung einer modularen Lernhauseinheit.

Das Münchner Lernhauskonzept sieht für eine modulare Einheit (1. bis 4. Jahrgangsstufe) vier Unterrichtsräume, zwei Räume für die ganztägige Betreuung, einen Arbeitsraum für Lehr- und Betreuungspersonal, eine Toiletteneinheit und einen Abstellraum vor. Der Flur soll sich in einen natürlich belichteten und belüfteten Pausenbereich öffnen. Die Raumgefüge sollen verschiedenen Arten der Ganztagesbetreuung dienen. Flexibel und transparent gestaltete Elemente sollen Rückzugsmöglichkeiten für die Arbeit in Klein- und Kleinstgruppen sowie für Partner- und Gruppenarbeit bieten.

Im Wettbewerb sollten bauliche Konzepte für die Entwicklung einer intelligenten, energetisch und konstruktiv ausgereiften Lernhauseinheit gefunden werden. Dabei war nachzuweisen, wie sich die wiederholenden Lernhauseinheiten bei unterschiedlichen Raumprogrammen in vier individuelle Grundstücke einbinden lassen.

Entscheidung des Preisgerichts

Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Professor Herbert Meyer-Sternberg bewertete in zwei Preisgerichtssitzungen alle 21 Lösungsvorschläge und vergab am einstimmig fünf Preise:

1. Preis
wulf architekten GmbH, Stuttgart, mit
Johann Senner, Dipl.Ing. (FH), Planstatt für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, Überlingen

2. Preis
nicht vergeben

3. Preis
Broghammer, Jana, Wohlleber Architekten, Zimmern ob Rottweil, mit
w+p landschaften, freie Landschaftsarchitekten, Berlin

3. Preis 
Numrich Albrecht Klumpp, Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin, mit
Dipl.- Ing. Guido Hager, Landschaftsarchitekt, Berlin

4. Preis 
CODE UNIQUE Architekten BDA, Dresden, mit
Till Rehwaldt, Landschaftsarchitekt, Dresden

5. Preis 
Prof. Dipl.-Ing. Architekt BDA Frank Hausmann, Aachen, mit
Latz + Partner Landschaftsarchitekten, Kranzberg

Empfehlung des Preisgerichtes

Das Preisgericht kam zu dem Ergebnis, dass der 1. Preisträger ein sehr schlüssiges Lernhausmodul anbietet. Vier Klassenzimmer und die Räume für die Ganztagesbetreuung sind konsequent um einen innenliegenden Pausenbereich und einen ausreichend großen Lichthof angeordnet. Die Lernhausmodule an den vier unterschiedlichen Standorten können jeweils gut kombiniert und damit überzeugende städtebauliche Lösungen geschaffen werden.

Nach der Bekanntgabe des Wettbewerbsergebnis im Stadtrat beauftragte dieser entsprechend der Empfehlung des Preisgerichtes den 1. Preisträger mit der Vorplanung der vier Grundschulen in modularer Bauweise.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung

Landeshauptstadt München
Baureferat