Quelle: Baureferat

Neugestaltung Oberanger

Flanieren oder gemütlich im Freien sitzen: Der Oberanger ist seit 2008 als attraktiver öffentlicher Raum erlebbar. Seine Neugestaltung ist insbesondere auf das große Engagement einiger Anlieger, wie dem Bayerischen Bauindustrieverband und der Firma Wöhr + Bauer GmbH, zurück zu führen. Beide hatten ganz konkret mit jeweils eigenen Gestaltungsvorschlägen „den Stein ins Rollen gebracht“. Zwei Entwürfe standen zur Auswahl. Der Entwurf von realgrün Landschaftsarchitekten, hervorgegangen aus dem Investorenwettbewerb der Firma Wöhr + Bauer für den neuen Angerhof, erhielt schließlich die Zustimmung des Bezirksausschusses Altstadt-Lehel.

Mit dem Neubau des Angerhofes, ein Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage anstelle des alten Parkhauses aus den sechziger Jahren eröffnete sich die Chance, den Oberanger stadtgestalterisch neu zu ordnen und aufzuwerten. Eine wesentliche Voraussetzung zur Steigerung der Aufenthaltsqualität war der Rückbau der Anliegerstraße und Parkplätze auf der Westseite. Grundgedanke der Landschaftsarchitekten war, den Charakter des großzügigen Angers, ein langgestreckter Grünraum, zu betonen. Entlang der breiten Fußgängerbereiche mit Platz für Freischankflächen erstrecken sich großzügige Rasenflächen. Neue Spitzahorne ergänzen dort den Baumbestand und verstärken den Angercharakter. An den notwendigen Zufahrten für Anlieger, Feuerwehr und der Überfahrt zur Schmidstraße entstanden „Nischen“: Unterschiedlich große Felder, die mit Sitzelementen ausgestattet sind. Ein Wahrzeichen des Oberangers hat einen neuen Platz gefunden: Das „Mädchen auf der Schildkröte“. Der 1971 errichtete Brunnen des Künstlers Jean Henninger rückte vom Rand näher zur Angermitte. Ein frisch gepflanzter japanischer Schnurbaum und die Sitzwürfel runden das kleine Ensemble ab. Der neugestaltete Oberanger macht ein Stück Stadtgeschichte wieder ablesbar und schafft zusammen mit Rindermarkt und St.-Jakobs-Platz eine neue stadträumliche Qualität im Angerviertel.

Baumaßnahme - Fakten

Neugestaltung des Oberangers zwischen Dultstraße und Herzog-Wilhelm-Straße
Baukosten: 1,23 Mio. Euro
Baubeginn: September 2007
Fertigstellung: Mai 2008

Neues Kurt-Eisner-Denkmal am Oberanger

Eine Skulptur der Künstlerin Rotraut Fischer aus gläsernen Elementen schafft am Oberanger einen würdigen und ästhetischen Rahmen für das Gedenken an den Gründer des Freistaates Bayern.

Im Juni 2008 hatte der Münchner Stadtrat entschieden, dem Gründer und ersten Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern Kurt Eisner (1867-1919) ein würdigeres Denkmal zu setzen und das Baureferat mit der Durchführung eines Kunstwettbewerbes beauftragt.

Es sollte eine skulpturale bzw. objekthafte Arbeit geschaffen werden, die als Denkmal der Persönlichkeit und historischen Rolle Kurt Eisners gerecht wird und die Gegebenheiten des vorgesehenen Standortes berücksichtigt.

Insgesamt bewarben sich 78 Künstler, die Jury entschied sich mit großer Mehrheit für die Arbeit von Rotraut Fischer. Die Künstlerin entwarf eine Skulptur aus mehreren gläsernen Elementen. Die Glaselemente wirken als Gesamtobjekt körperhaft, die Anordnung der Scheiben und die entstehenden Spiegelungen sollen Bewegung assoziieren. Als Inschrift wählte sie ein Zitat aus dem Aufruf, mit dem Kurt Eisner den Freistaat Bayern proklamierte: „Jedes Menschenleben soll heilig sein“. Nachts werden die Scheiben so illuminiert, dass die Schrift besonders hervortritt.

Am 30. Mai 2011 übergab Oberbürgermeister Christian Ude nach zwei Monaten Bauzeit das Denkmal am Oberanger der Öffentlichkeit.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Baureferat