Quelle: LHM DIR PIA, Michael Nagy

Quelle: Münchner Stadtentwässerung

Quelle: Münchner Stadtentwässerung

Faulbehälteranlage Großlappen

Die neue Anlage verbessert nicht nur die technischen Abläufe im Klärwerk Gut Großlappen, sondern ist ein überzeugendes Beispiel für anspruchsvolle Industriearchitektur: Sie verbindet Funktion und Gestalt zu einer besonderen Form von technischer Ästhetik. Das mit der Gestaltung betraute Münchner Architekturbüro Ackermann und Partner, stellte unter Beweis, dass Hightech und bester Umweltschutz einen hohen gestalterischen Anspruch nicht ausschließen – die Anlage wurde mit einer Anerkennung beim Deutschen Fassadenpreis 2009 für (Vorgehängte hinterlüftete Fassaden) gewürdigt. Vier Kegelstümpfe sind halbkreisförmig um einen Treppenturm angeordnet. Die Betriebsräume befinden sich im Untergeschoss. Der Neubau ersetzt eine bestehende, über 35 Jahre alte Faulbehälteranlage und erweitert das Faulraumvolumen. Im August 2008 ging der neue städtebauliche Akzent im Münchner Norden in Betrieb.

In München wurde von Anfang an ein nachhaltiger Weg der Schlammbehandlung gewählt. Bereits 1957, vor dem Bau der ersten biologischen Abwasserreinigung, entstanden die ersten Faulbehälter. In den Faulbehältern wird dem Schlamm ein großer Teil der noch vorhandenen organischen Inhaltsstoffe entzogen. Durch die Sammlung und Verstromung des dabei entstehenden Klärgases wird das im Schlamm enthaltene Energiepotential optimal genutzt.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Faulbehälteranlage im Jahr 2008 wurde dieser Entsorgungsweg von der Münchner Stadtentwässerung konsequent fortgesetzt. Mit der Ersatzanlage für die veralteten Vorgängerbehälter wurden der Faulungsprozess und die Energienutzung weiter optimiert. Die Behälter sind in ihrer anspruchsvollen Industriearchitektur weithin sichtbar als Symbol der Stadt für eine saubere Umwelt.

Technische Daten:

Faulraumvolumen: 58.000 m³ (Umwälzung einmal täglich)
Klärgasanfall je Behälter: max. 925 m³ die Stunde
Gesamt: max. 3.600 Kubikmeter am Tag
5 Wärmetauscher
Gesamtauslegung: 2.700 m³
Rohschlamm am Tag
Umwälzung je Faulbehälter: 302 m³/h, mit Rohschlammaufheizung: 360 m³/h
Rohrlänge je Wärmetauscher: 64 m
Wärmeübertragung jeweils 1015 KW

Quelle:
Landeshauptstadt München
Baureferat