Quelle: LHM DIR PIA, Michael Nagy

Quelle: Baureferat

Quelle: MVG

Quelle: LHM DIR PIA, Michael Nagy

Tram 23 – Schenkendorfbrücke

Eine neue Schrägseilbrücke bringt Fußgänger, Radfahrer und Tram sicher über den Mittleren Ring. Der Parzivalplatz profitiert durch neue Straßenführung.

Die neue Schrägseilbrücke über die Schenkendorfstraße ist ein architektonisches Highlight – im wahrsten Sinne des Wortes. Mit Inbetriebnahme der Tram 23 am 12. Dezember 2009 ging dieser wichtige Brückenschlag an den Start.

Die deutschlandweit erste Schrägseilbrücke für Radfahrer, Fußgänger und Tram überspannt den Mittleren Ring in einer Länge von 84 Metern. Als markantes Zeichen ragt der 34 Meter hohe Mast empor, der die Brücke an zwölf Stahlseilen trägt. Treppenanlagen und barrierefreie Rampen führen auf beiden Seiten zu den Fuß- und Radwegen der Schenkendorfstraße.

Von der Aufwertung des gesamten Gebiets zwischen Münchner Freiheit und Parkstadt Schwabing profitiert auch der Parzivalplatz. Hier wurde die ehemalige Verkehrsinsel beseitigt, die Parzivalstraße führt mit Radwegen zu beiden Seiten geradlinig zur Leopoldstraße. Im südlichen Platzbereich entstand eine größere Grünfläche mit 15 neuen Bäumen.
Als grünes Band zieht sich die Trasse der Linie 23 nach Norden. An den Seiten prägen Gehölzpflanzungen und Baumreihen die neue Grünfläche, und sogar zwischen den Gleisen wächst Magerrasen. Der entlang der Tramstrecke durchgehend im Grünen verlaufende Rad- und Fußweg verbindet nun die Parkstadt Schwabing und Bereiche nördlich der Domagkstraße mit Nordschwabing.

Wissenswertes in Kürze

  • 84 Meter spannt die Brücke freitragend über die gläserne Einhausung und die nach Westen führenden Fahrspuren des Mittleren Ringes.
  • Die Geh- und Radwegbrücke ist zwischen den Geländern 4,50 Meter breit, die Trambahnbrücke 7,40 Meter.
  • 530 Meter hochfeste, 10 Zentimeter dicke Stahlseile tragen den Brückenüberbau. Das Seil wiegt rund 60 Kilogramm pro Meter.
  • Der 34 Meter hohe Tragmast mit einem Durchmesser von 1,20 Metern wiegt 65 Tonnen, in etwa so viel wie ein vollbesetzter Straßenbahnzug.
  • 2.200 Tonnen lasten am Fuß des Tragmastes auf der darunter liegenden Decke des Petuel-Seitentunnels.
  • 30 Tonnen wiegt die Stahlkonstruktion der Brücke. Ein Betonbauwerk würde mehr als das Doppelte wiegen – und eine zusätzliche Auflagerung zwischen den Ringfahrbahnen benötigen.
  • 2.400 Quadratmeter Stahloberfläche wurden zum Schutz vor Korrosion beschichtet.
  • 1.400 Quadratmeter Stahlbeton wurden in Sichtbetonqualität für die Widerlager und die Rampenstützwände verbaut.
  • 1.000 Quadratmeter Brückenfläche stehen nun in München zusätzlich für den Straßenbahn-, Fußgänger- und Radverkehr zur Verfügung.

Städtebaulicher Hintergrund

Am 22. April 1993 hatte der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss zur städtebaulichen Neuordnung des ehemaligen Industriegebietes zwischen Neusser Straße, Schenkendorf- und Domagkstraße, der jetztigen Parkstadt Schwabing, gefasst. Nach den darin enthaltenen Vorgaben sollte das neue Baugebiet mit einer Straßenbahnlinie zwischen Münchner Freiheit und Frankfurter Ring erschlossen werden. Der Ausbau des Mittleren Ringes Nord mit dem Petueltunnel sah ursprünglich aber nur eine Rad- und Fußwegbrücke über die Schenkendorfstraße vor.

Bereits in der Projektgenehmigung für den Ausbau des Mittleren Ringes/Nord vom 11. Dezember 1996 wurde darauf hingewiesen, dass eine Überplanung dieser Brücke aufgrund der neuen Straßenbahntrasse, der Linie 23, notwendig wird. Im Zusammenhang mit den Planungen zur Tram 23 wurde die
Straßenbahnbrücke vom Stadtrat am 23. Juli 2003 im Rahmen des Trassierungsbeschlusses genehmigt.

Architektur:
Auer + Weber + Assoziierte, München

Quelle:
Landeshauptstadt München
Baureferat