Quelle: QS2M

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Parkviertel Giesing

Das „Agfa-Camerawerk“ und das markante Hochhaus an der Tegernseer Landstraße prägten jahrzehntelang das Bild von Obergiesing. Seit den 1970er Jahren sind auch in München Gewerbe und Industrie einem Strukturwandel unterworfen, in dessen Folge Gewerbe- und Industrieflächen häufig ihre ursprüngliche Funktion verlieren und für neue Nutzungen zur Verfügung stehen.

Das ca. 11,5 ha große Areal bietet durch seine Lage und Größe wichtige Potenziale für eine Aufwertung und Entwicklung des 17. Stadtbezirks Obergiesing-Fasangarten. Erworben wurde das gesamte Areal von der Büschl Unternehmensgruppe.

Sanierungsgebiet

Schon 2001 hatte eine Ringstudie in den im südöstlichen Stadtgebiet an den Mittleren Ring angrenzenden Stadtteilen städtebauliche Defizite aufgezeigt. Die vorbereitenden Untersuchungen wurden von 2002 bis 2004 durchgeführt.

2005 wurde entlang der Tegernseer Landstraße und der Chiemgaustraße das Sanierungsgebiet Tegernseer Landstraße / Chiemgaustraße förmlich festgelegt. Gleichzeitig beschloss der Münchner Stadtrat für das ehemalige Agfa-Gelände, den Beschluss für einen Bebauungsplan mit Grünordnung (Nr.1979) aufzustellen.

Zu den wichtigsten Sanierungszielen gehören die Sicherung gesunder Wohnverhältnisse, die Erhöhung der Wohnqualität, der Lärmschutz für Wohnungen und für private Freiräume am Mittleren Ring.

Städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb

Das Konzept für die Umstrukturierung des ehemaligen Agfa-Geländes basiert auf den Ergebnissen eines städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs. Im Herbst 2006 wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Abteilung Stadtsanierung durch die Büschl Unternehmensgruppe ein einstufiger Ideenwettbewerb ausgelobt. Der Wettbewerb wurde in Form eines Einladungswettbewerbs im kooperativen Verfahren mit zehn teilnehmenden Büros durchgeführt und im Rahmen des Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt“ gefördert. Der 1. Preis von Hierl Architekten mit Lex-Kerfers Landschaftsarchitekten wurde überarbeitet und der weiteren Bauleitplanung zugrunde gelegt.

Bebauungsplan

Der Bebauungsplan für das ehemalige Agfa-Gelände wurde im Stadtrat im März 2011 als Satzung beschlossen. Damit wurde die planungsrechtliche Grundlage für die Entstehung von Wohnraum für bis zu 2000 Bewohnerinnen und Bewohner und für bis zu 1200 Arbeitsplätze geschaffen. Darüber hinaus entstehen Einrichtungen der Nahversorgung und Kindertageseinrichtungen. Am sogenannten Baumplatz sollen sich künftig Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie und andere Einrichtungen des täglichen Bedarfs konzentrieren. In dem bereits im Herbst 2009 fertiggestellten Gewerberiegel „Giesinger“ an der Tegernseer Landstraße befinden sich Flächen für Dienstleistung, Handel und klassisches Gewerbe. Der Gewerberiegel übernimmt zusätzlich eine wichtige Schutzfunktion im städtebaulichen Konzept. Er schirmt die geplanten rund 950 Wohnungen und den ca. 2,3 ha großen, öffentlichen Agfa-Park von der Tegernseer Landstraße ab. Der Park leistet zusammen mit dem anschließenden Weißenseepark einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Grünausstattung und der Grünvernetzung im Stadtviertel.

Die Neuentwicklung des ehemaligen Agfa-Geländes gibt einen wichtigen städtebaulichen Impuls für Giesing und die angrenzenden Stadtgebiete. Die einzelnen Bauabschnitte werden derzeit von privaten Bauträgern und Wohnungsbauunternehmen realisiert. Mit einer Fertigstellung der Wohn- und Gewerbebebauung ist voraussichtlich bis Ende 2014 zu rechnen. Die Herstellung deröffentlichen Freiflächen wird voraussichtlich im Herbst 2015 abgeschlossen sein.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung