Quelle: Christoph Mukherjee

Quelle: Christoph Mukherjee

Quelle: Florian Holzherr

Quelle: Florian Holzherr

U-Bahnhöfe Moosach

Moosacher St.-Martins-Platz

Lichter Raum
Durch die erforderliche Tiefenlage des Bahnhofs war es möglich, eine zweigeschossige Bahnsteighalle zu realisieren. Es entstand ein großzügiger lichter Raum. Neben der notwendigen künstlichen Beleuchtung von U-Bahnhöfen wird stets versucht, wo es die Oberfläche zulässt, natürliches Licht miteinzubringen. Am Bahnhof Moosacher St.-Martins-Platz konnte man ein 19 Meter langes Oberlicht realisieren. Das einfallende Tageslicht verleiht dem Raum seine Wirkung.

Blick in den Pixelwald
Masayuki Akiyoshis Wandarbeit „Forst“ ist zusammengesetzt aus rund 76.200 Einzelfotos im Format 11 mal 15 Zentimeter. Sie bedeckt auf 120 Metern Länge und fünf Metern Höhe beide Bahnsteigwände. Die Motive aus Architektur, Infrastruktur und Pflanzenwelt wurden im Lauf eines Jahres in Moosach und Umgebung aufgenommen und in chronologischer Reihenfolge angeordnet, sodass sich eine jahreszeitlich bedingte Farbabfolge ergibt. Eingefasst wird das Werk mit einem Passepartout in champagnerfarbenem, sanft gewelltem Blech, das sich bis in die Schalterhallen erstreckt.

Dieser leicht warme Farbton korrespondiert mit einem gelblichen großformatigen Granitbelag am Boden, der sich in der Wandverkleidung der Schalterhallen und Ausgänge fortsetzt. Unterstützt wird die Farbstimmung durch in dieser Farbgebung gehaltene Glasblenden der Schalterhallenleuchten und die leicht lasierend aufgehellten Sichtbetondecken.

Glasschirme
Erstmalig in der Münchner U-Bahn wurden Pendelleuchten mit punktförmiger Abstrahlcharakteristik eingesetzt, wodurch das Licht eine größere Brillanz erreicht. Die 50 Einzelleuchten sind in einer Doppelreihe angeordnet. Die konzentrischen Lichtpunkte verstärken sich gegenseitig durch Reflexionen ihrer Glasschirme. Die Leuchtmittel wurden eigens entwickelt; dabei legte man besonderen Wert auf eine lange Lebensdauer.

 

Moosach

Bitte umsteigen
Mit der Endstation der U3 in Moosach wurde der neue zwei Kilometer lange Bauabschnitt zwischen Olympia-Einkaufszentrum und Moosach abgeschlossen und der 100. Bahnhof des Münchner U-Bahnnetzes eröffnet. Die Anbindung an das S-Bahnnetz und die Innenstadt wertet den Münchner Nordwesten entscheidend auf. Der U-Bahnhof stellt eine wichtige Umsteigemöglichkeit zur Flughafen-S-Bahn S1 dar. Unter den Gleisen der S- und Bundesbahn die Schalterhalle zu errichten ist eine bautechnische Herausforderung. Mit einer verstärkten Decke ist es geglückt. Es gelang außerdem als natürliche Beleuchtung kleinere Oberlichter zu positionieren. Hier verbindet sich der Untergrund mit der Oberfläche, Aufzüge führen direkt zu den S-Bahnsteigen. Pendlern aus dem Umland steht die zweigeschossige Park + Ride-Anlage mit 282 PKW-Stellplätzen zur Verfügung. Zur Übersichtlichkeit im Bahnhofsgelände tragen die Eingangsschleusen von der Schalterhalle zu den beiden Geschossen der Park + Ride-Anlage bei. Sie sind voll verglast. Im oberen Geschoss sorgt Tageslicht für ein Gefühl von Sicherheit und Offenheit.

Es blüht
Für die raumhohe Wandverkleidung der Bahnsteigwände verwendete der Künstler Martin Fengel großformatige Pflanzenmotive. Der Fotokünstler sieht den Stadtteil als grüne Schnittstelle zwischen Stadt und Umland. Hier waren und sind viele Gärtnereien, hier beginnt das Grün. Fengel fotografierte die Pflanzen und Blumen der Moosacher. Makroskopisch vergrößert, zieren sie nun die 7,80 Meter hohen weißen Wände.

Kunst dominiert
Die Innenausstattung des Bahnhofs soll gegenüber der Kunst nicht in den Vordergrund treten – ähnlich der Gestaltung wie in der Nachbarstation Moosacher St.-Martins-Platz. Auch der U-Bahnhof Moosach ist in seiner Farbstimmung durch das Boden- und Wandmaterial der Schalterhallen in einem weichen gelblichen Ton gehalten. Auch hier wurde die für die Moosacher Bahnhöfe entwickelte Pendelleuchte in einer Doppelreihe direkt von der unverkleideten Sichtbetondecke abgehängt. Die abgehängte Decke in den Schalterhallen ist in einem seidenglänzenden Glattblech ausgeführt, in dem sich die Leuchten sanft spiegeln. Durch die verglasten Brüstungselemente der Zwischengeschosse hat man einen Blick über die gesamte Bahnsteighalle. Dies ergibt nicht nur einen großräumigen Eindruck, sondern erlaubt auch eine bessere soziale Kontrolle über das Geschehen im Bahnhof.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Baureferat