Quelle: Christ & Gantenbein

Arnulfstraße Westhof

Das ehemalige Paketzustellamt an der Arnulfstraße soll in ein Quartier mit etwa 120 Wohnungen und 2500 Quadratmeter gewerblichen Flächen umgewandelt werden. Städtebauliches Ziel ist es, den denkmalgeschützten Gebäudebestand zu erhalten und durch eine Neubebauung im Inneren des Blocks zu ergänzen. Derzeit wird die Planung für den „Westhof“ in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit Grünordnung konkretisiert.

Der umfangreiche Gebäudekomplex des ehemaligen Postfuhramts ist eines der letzten vollständig erhaltenen Beispiele der „Postbauschule“ der 1920er Jahre. Zudem hat das Areal zwischen Hacker- und Donnersbergerbrücke eine herausragende stadträumliche Bedeutung für die südliche Maxvorstadt und das neu entstandene Quartier am Arnulfpark sowie als Entrée zur Innenstadt und zum Hauptbahnhof. Momentan wird der so genannte Westhof als Parkfläche genutzt. Die umliegenden denkmalgeschützten Gebäude sind als Büros und Ateliers an die Kreativbranche vermietet.

Anlass und Ziele der Planung

Nachdem die Deutsche Post AG den Standort aufgegeben hatte, ergab sich die Chance für eine neue Nutzung. 2006 legte die Landeshauptstadt München mit dem Grundsatzbeschluss des Ausschusses für Stadtplanung und Bauordnung die Ziele einer städtebaulichen Neuordnung und Nachnutzung fest. Unter Berücksichtigung des Charakters der denkmalgeschützten Gesamtanlage soll eine verträgliche Umstrukturierung und urbane Ergänzung mit einer attraktiven Nutzungsvielfalt aus Wohnen und Arbeiten erreicht werden. Der Westhof soll vorwiegend für Wohnnutzung entwickelt werden, für die denkmalgeschützten Gürtelbauten sind im südlichen Bereich gewerbliche und im nördlichen Bereich Wohnnutzungen vorgesehen.

Wettbewerb

2010/11 fand für den Westhof ein Planungswettbewerb mit sieben Architektenteams statt, aus dem das Konzept des Baseler Büros Christ & Gantenbein mit August Künzel Landschaftsarchitekten als erster Preisträger hervorging. Der Entwurf wurde nach den Empfehlungen des Preisgerichts in Abstimmung mit der Landeshauptstadt München überarbeitet und dient als Grundlage für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit Grünordnung (2056) im beschleunigten Verfahren, für den der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung 2011 den Aufstellungsbeschluss fasste.

Konzept

Der siebengeschossige Wohnneubau wird architektonisch ruhig gestaltet. Er wird mittig im Westhof zwischen den Gürtelbauten angeordnet. Der ehemalige Hof wird an der Deroystraße geöffnet. Es entstehen zwei Höfe mit attraktiven, unterschiedlichen Freiraumkonzepten. In erster Linie sind Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen geplant. 30 Prozent entstehen im geförderten Wohnungsbau. Das Vorhaben wird ökologisch nachhaltig und energetisch optimiert umgesetzt. Das Planungsgebiet ist durch die Trambahnlinien 16 und 17 gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Die Tiefgarage ist über die Tillystraße erreichbar.

Stand der Dinge

Die Beteiligung der Öffentlichkeit fand Mitte des Jahres 2012 statt. Derzeit erfolgt die weitere Konkretisierung der Planung in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit Grünordnung.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung