Quelle: gsw architekten

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NS-Dokumentationszentrum München

Am Königsplatz wird voraussichtlich Ende 2014 das NS-Dokumentationszentrum München eröffnet. Es entsteht ein Lern- und Erinnerungsort zur Geschichte des Nationalsozialismus in München, zu den Ursachen, Folgen und Nachwirkungen des NS-Regimes.

Der Standort des NS-Dokumentationszentrums ist das Gelände des ehemaligen „Braunen Hauses“ - der Parteizentrale der NSDAP. Entworfen haben den Neubau, mit dessen Realisierung im Herbst 2011 begonnen wurde, die Berliner Architekten Georg Scheel Wetzel. Sie haben mit einem weißen Kubus aus Sichtbeton 2009 den Architekturwettbewerb für das NS-Dokumentationszentrum gewonnen. Mit seiner selbstbewussten Situierung veranschaulicht der Neubau den Bruch mit der Geschichte und entwickelt eine eigene, unverwechselbare Identität. Der sechsstöckige Würfel mit dem Maßen 22,50 x 22,50 x 22,50 Meter markiert den Ort der Täter ohne sich gestalterisch auf das „Braune Haus“ zu beziehen. Er steht im Kontrast zu den Gebäuden in der Nachbarschaft, die zum Teil aus der NS-Zeit stammen. Durch großzügige, über zwei Stockwerke reichende Fenster werden vielfältige Sichtbezüge möglich sein.

Das Ausstellungskonzept bezieht den historischen Ort mit ein und schafft so einen Zugang zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit: Der benachbarte Königsplatz spielte als Aufmarschgelände in der NS-Propaganda eine wesentliche Rolle. Der ehemalige „Führerbau“ – die heutige Musikhochschule direkt neben dem Dokumentationszentrum – diente Hitler als Repräsentationsgebäude. In über fünfzig weiteren Gebäuden in der Umgebung waren zahlreiche Parteidienststellen und NS-Organisationen angesiedelt.

Im Erdgeschoss des Neubaus befinden sich das Foyer und ein Buchladen. Die Ausstellungsräume liegen in den Geschossen eins bis vier. Vom vierten Obergeschoss entwickelt sich die Ausstellung über die zentrale offene Treppe abwärts. Es stehen circa 1.200 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung, davon rund 1.000 m² für die Dauerausstellung. Im fünften Obergeschoss sowie im ersten Untergeschoss sind Seminarräume für die historisch-politische Bildungsarbeit untergebracht. Im ersten Untergeschoss befindet sich außerdem ein Vertiefungsbereich mit Rechercheplätzen, interaktiven Medienstationen und einer Präsenzbibliothek. Ein multifunktionaler Veranstaltungssaal für 200 Personen sowie eine Cafeteria im 2. UG vervollständigen das Raumprogramm.

Wie das Haus entstand

Die Realisierung des NS-Dokumentationszentrum wurde im Vorfeld von zahlreichen Initiativen und anhaltendem bürgerschaftlichen Engagement getragen. Die gemeinschaftliche Finanzierungszusage von Stadt, Land und Bund hat im Juni 2009 den Weg geebnet. Die Kosten für den Neubau und die Ersteinrichtung in Höhe von 28,2 Millionen Euro werden zu je einem Drittel von Stadt, Land und Bund getragen. Das Grundstück wurde vom Freistaat Bayern bereitgestellt.

Die Stadt München übernimmt den Betrieb des Hauses und die laufenden Kosten. Der Stadtrat erteilte im April 2010 den Projektauftrag für das NS-Dokumentationszentrum München. Mitte Juli 2011 war Baubeginn und Mitte November 2011 startete der eigentliche Rohbau.

Am 9. März 2012 legten Oberbürgermeister Christian Ude, der Bayerische Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und der Staatsminister für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt, Bernd Neumann, den Grundstein. Anfang 2013 wurde der Rohbau vollendet. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für das kommende Frühjahr geplant. Im November 2014 soll das Dokumentationszentrum eröffnet werden.

Architektur:
Georg Scheel Wetzel Architekten

Landschaftsarchitektur:
Weidinger Landschaftsarchitekten

Quelle:
Landeshauptstadt München
Kulturreferat
Baureferat