Quelle: Bernd Roemmelt

Quelle: LHM DIR PIA, Michael Nagy

Quelle: LHM DIR PIA, Michael Nagy

Quelle: LHM DIR PIA, Michael Nagy

Kunstareal

So intensiv hat sich bisher kaum jemand mit dem Kunstareal auseinandergesetzt: Mehr als hundert nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Personen aus München und der Region haben in einem viertägigen Prozess Empfehlungen erarbeitet, wie das Umfeld der Pinakotheken einmal aussehen soll. Ein großes Thema war der Verkehr, es ging aber auch um Ideen für die Freiflächengestaltung, mehr Orientierung im Gebiet und andere Verbesserungen. Aus all den Anregungen wird nun ein Bürgergutachten erstellt.

Es ist das erste Bürgergutachten, das die Landeshauptstadt initiiert hat: Aufgeteilt in vier so genannte Planungszellen trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen dem 16. und 26. September in den Räumen der Hochschule für Fernsehen und Film, um jeweils vier ganze Tage lang über verschiedene Themen zu diskutieren. In immer wieder neu zusammengesetzten Kleingruppen wurden Stärken und Schwächen des Areals analysiert; Anregungen von Anwohnerinnen und Anwohnern, des Bezirksausschusses, des Stadtrats, der Museen und Hochschulen flossen mit ein.

Bei einer Begehung lernten die Bürgerinnen und Bürger, von denen der jüngste 14 und der älteste 80 Jahre alt war, das Gebiet kennen und konnten mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtratsfraktionen ins Gespräch kommen. Außerdem erhielten sie Informationen von Expertinnen und Experten, etwa zu besonderen Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderung bei Museumsbesuchen und im öffentlichen Raum. Alle Vorschläge wurden gemeinsam gewichtet und flossen in allgemeine Entwicklungsziele und konkrete Maßnahmenvorschläge ein, die zum Abschluss erarbeitet wurden.

Am 25. Februar wird das Gutachten an Oberbürgermeister Ude übergeben

Moderiert und begleitet wurde der Prozess von der Gesellschaft für Bürgergutachten, einer neutralen Organisation, die mit diesem Verfahren vertraut ist. Deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten werden die Ergebnisse nun sortieren, auswerten, zusammenfassen und in den kommenden Wochen eine umfassende Dokumentation erstellen. Aus jeder Planungszelle lesen mehrere Personen das Gutachten Korrektur, ehe es gedruckt wird.

Am 25. Februar 2014 soll es um 19 Uhr im Rahmen der Jahresausstellung des Referats für Stadtplanung und Bauordnung in der Rathausgalerie an Oberbürgermeister Christian Ude übergeben werden. Am selben Abend hat auch die Videodokumentation Premiere, die Moritz Binder, Student an der Hochschule für Fernsehen und Film, über den Ablauf des Bürgergutachtens erstellt. Danach wird das Ergebnis im Stadtrat bekannt gegeben und ein Vorschlag zum weiteren Vorgehen gemacht. Etwa ein Jahr später soll eine Zwischenbilanz zur Umsetzung der Empfehlungen gezogen werden.

Stadtbaurätin Prof. Dr.(I) Elisabeth Merk sprach den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Engagement und die mitgebrachte Zeit ihren Dank aus. Sie kündigte an, sich inhaltlich und fachlich intensiv mit ihren Vorschlägen zu beschäftigen und diese so weit wie möglich in den Stadtrat einzubringen. „Durch das, was Sie erarbeitet haben, haben Sie uns und allen beteiligten Akteuren hervorragende Argumente mitgegeben, die uns helfen, die Entscheidungsträger zu überzeugen und die Dinge schneller anzugehen“, sagte Merk. „Seien Sie Botschafter in dieser Sache“, gab sie den Gutachterinnen und Gutachtern mit auf den Weg.

Nach vier intensiven Arbeitstagen gab es viel positive Rückmeldung

Die Bürgerinnen und Bürger selbst waren sich einig, dass die Mitarbeit an dem Bürgergutachten eine wertvolle Erfahrung für sie war. Die meisten kannten den Begriff „Kunstareal“ vorher nicht und waren überrascht, als sie die Einladung im Briefkasten fanden. Ihre Erwartungen wurden jedoch übertroffen. Gelobt wurden insbesondere die Referentinnen und Referenten, die konstruktive Arbeitsatmosphäre, die gute Organisation, aber auch die Tatsache, dass viele Jugendliche dabei waren. „Vielen Dank, dass ich das miterleben und hoffentlich auch mitgestalten durfte“, meinte eine Teilnehmerin. „Das ist gelebte Demokratie für mich“, sagte ein Teilnehmer.
Damit möglichst viel Lebens- und Berufserfahrung von verschiedensten Menschen in das Bürgergutachten einfließt, waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip aus dem Einwohnermelderegister der Stadt München und einigen repräsentativen Umlandgemeinden (Freising, Bockhorn im Landkreis Erding, Herrsching und Glonn im Landkreis Ebersberg) ausgewählt worden. Sie bekamen eine Aufwandsentschädigung für ihre Mitarbeit.´

Quelle:
Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung