Quelle: Steidle Architekten, München mit Atelier Auböck Kárász Landschaftsarchitekten, Wien

Quelle: Rapp + Rapp, Amsterdam mit Atelier Quadrat, Rotterdam

Quelle: Caruso St. John Architects, London mit Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich

Quelle: LHM

Paulaner-Areal

Der städtebauliche und landschaftsplanerische Wettbewerb ist abgeschlossen. Am 11. und 12. Juni hat das Preisgericht drei Siegerentwürfe ausgewählt: Für das Teilgebiet an der Regerstraße bildet der überarbeitete Entwurf des Büros Rapp+Rapp aus Amsterdam mit Atelier Quadrat Rotterdam die Grundlage für die weiteren Planungen. Im Teilgebiet Ohlmüllerstraße setzte sich das Münchner Büro Steidle Architekten mit Atelier Auböck+Kárász (Wien) durch, im Bereich Welfenstraße das Londoner Büro Caruso St John Architects mit Vogt Landschaftsarchitekten (Zürich).

Das Projekt

Zum Jahresende 2011 hat die Paulaner-Brauerei entschieden, ihre Produktion und Logistik an den Stadtrand nach Langwied zu verlagern. Damit eröffnet sich für die Stadt München die Chance, die industriell-gewerblich geprägten Gebiete in der Au in neue, nachhaltige Wohnquartiere umzuwandeln.

1200 bis 1400 neue Wohnungen für etwa 3000 Menschen, mehrere Kindertagesstätten und ein 16.000 Quadratmeter großer Park – das und mehr ist auf dem innerstädtischen Gelände geplant, das zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist. Eine neue Grundschule wird außerhalb des Planungsgebiets an der Hochstraße 31 entstehen.
Um eine ansprechende Gestaltung zu gewährleisten, hat die Investorin, die Bayerische Hausbau, Ende Oktober 2012 in Abstimmung mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung für die drei Teilbereiche Regerstraße (5,1 Hektar), Welfenstraße (2,3 Hektar) und Ohlmüllerstraße (1,7 Hektar) einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb ausgelobt. Grundlage dafür waren die im Aufstellungsbeschluss des Stadtrats am 24. Oktober genannten Planungsziele: Neben den Wohnungen (30 Prozent sind für den geförderten Wohnungsbau vorgesehen) sollen auf dem Gelände Nachbarschaftstreffs, eine Tiefgarage, Handels-, Gastronomie- und Dienstleistungsflächen entstehen, die auch für die direkte Umgebung einen Mehrwert bieten. Der 16.000 Quadratmeter große Quartierspark im Teilgebiet Regerstraße soll attraktive Spiel- und Freizeitaktivitäten möglich machen, ein Fuß- und Radwegenetz erschließt das gesamte Gebiet. An der Ohlmüllerstraße wird eine neue zentrale Verwaltung der Paulaner-Brauerei entstehen, die mit 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am innerstädtischen Traditionsstandort bestehen bleiben soll. Insgesamt sollen etwa 150.000 Quadratmeter Geschossfläche ermöglicht werden.

Städtebaulicher Wettbewerb

Beim Planungsprozess für das Paulaner-Areal hat die Stadt zusammen mit der Investorin, der Bayerischen Hausbau, neue Wege der Bürgerbeteiligung beschritten. Zum ersten Mal wurde bereits innerhalb des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbsverfahrens eine solche Beteiligung ermöglicht.

Die Bayerische Hausbau hat den Wettbewerb am 30. Oktober 2012 für die drei Teilbereiche Reger-, Welfen- und Ohlmüllerstraße ausgelobt. Neu war, dass das Preisgericht - nach einer ersten Bearbeitungsphase - am 1. März nicht wie üblich die Siegerentwürfe, sondern erst einmal Preisgruppen auswählte, die pro Gebiet aus vier bis fünf Arbeiten bestanden. Die 14 Entwürfe wurden öffentlich vorgestellt, diskutiert und der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung zugrunde gelegt, die von 3. April bis 3. Mai stattfand. Parallel dazu konnten sich die Bürgerinnen und Bürger im Internet über die Details informieren. Hinzu kam eine Reihe von weiteren Veranstaltungen für die Öffentlichkeit, die rege genutzt wurden.

Bürgerwerkstatt am 13. April

Als ergänzendes Angebot fand am 13. April eine ganztägige Bürgerwerkstatt statt. Die etwa hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer - die meisten kamen aus der unmittelbaren Nachbarschaft - konnten sich dort über die Wettbewerbsbeiträge informieren, lokales Wissen einbringen, die Planungsbüros kennenlernen und Empfehlungen abgeben. Diese flossen in die zweite Bearbeitungsphase ein, in denen die acht Planungsbüros aus München, Zürich, Wien, Amsterdam und London ihre Entwürfe überarbeiteten. Eine ausführliche Dokumentation der Bürgerwerkstatt ist jetzt online. Am 22. April fand darüber hinaus eine Erörterungsveranstaltung mit etwa 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Die entgültige Entscheidung traf die Jury am 11. und 12. Juni.

Wettbewerb für das Verwaltungsgebäude

Für das Paulaner-Verwaltungsgebäude gibt es einen gesonderten Realisierungswettbewerb, der am 1. März 2013 entschieden wurde. Unter Einbeziehung des denkmalgeschützten Zacherlbaus und der Linde-Eismaschine am Auer Mühlbach wird an der Ohlmüllerstraße ein neues Gebäude entstehen - nach dem Preisträgerentwurf des Büros Hierl Architekten BDA DWB aus München mit Koeber Landschaftsarchitekten. Der Zacherlbau, der im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört wurde, wird in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege saniert und durch das Verwaltungsgebäude auf etwa 8000 Quadratmeter erweitert. Die Eismaschine von Carl von Linde ist weltweit die älteste, die noch an ihrem ursprünglichen Ort steht. Auch sie steht unter Denkmalschutz und bleibt erhalten. An der Ohlmüllerstraße werden ebenfalls neue Fuß- und Radwege entstehen, insbesondere entlang des Auer Mühlbachs.

Weiteres Verfahren

Nach Abschluss des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs wird das Bebauungsplanverfahren nun mit je einem Preisträger für die drei Teilbereiche weitergeführt. Die Verwaltung wird die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger im weiteren Verfahren berücksichtigen und gemäß den Regeln der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung einen Abwägungsvorschlag vorbereiten, über den der Stadtrat zu beschließen hat.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Referat für Stadtplanung und Bauordnung