Quelle: Seeberger.Buss Photographie

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Gymnasium Trudering

Vierzügiges Gymnasium mit Dreifachsporthalle und Zuschauertribüne

Die Lage des Grundstücks zwischen Wohngebiet und öffentlichem Grünzug sowie dessen langgestreckte Form entlang der Markgrafenstraße stellten eine besondere Herausforderung für die Situierung der Baukörper dar. Am 6. Oktober 2010 erteilte der Stadtrat den Projektauftrag und die Projektgenehmigung. Daraufhin wurde die Ausführung des Projektes in kürzester Zeit vorbereitet, so dass der Stadtrat am 29. Juni 2011 das Baureferat mit der Realisierung beauftragen konnte. Nach einer Bauzeit von nur zwei Jahren wurde im September 2013 das Gymnasium Trudering in Betrieb genommen. Vorausgegangen war im Februar 2009 ein Realisierungswettbewerb für den Neubau. Aus 19 eingereichten Arbeiten ging der Entwurf des Architekturbüros felix schürmann ellen dettinger architekten aus München einstimmig als Sieger hervor.

Das Gebäude

Der Neubau des Gymnasiums Trudering gilt als einer der modernsten Schulbauten in Bayern Das schmale dreigeschossige Gebäude korrespondiert mit der nordöstlichen, linearen Siedlungsstruktur. Durch die Gliederung in sieben Baukörper sowie den vorgelagerten, eingeschossigen Verwaltungstrakt mit Werkhof an der Markgrafenstraße integriert es sich gut in die vorhandene Wohnbebauung. Um die Verkehrsbelastung an der Markgrafenstraße möglichst zu minimieren, erfolgt die Erschließung der Tiefgarage nahe der Friedenspromenade. Die Sportflächen und der Pausenhof mit attraktiven Aufenthalts- und Spielflächen orientieren sich zum öffentlichen Grünzug im Nordosten.

Der Hauptzugang des Gymnasiums erfolgt von der Friedenspromenade auf der Nordostseite des Gebäudes. Der mit Bäumen gestaltete Vorplatz fügt sich in den Grünzug der Friedenspromenade ein und bildet den Auftakt für die Schule. Hier ist der Kopfbau der Schule mit der Mensa im Erdgeschoss und der auch für öffentliche Veranstaltungen nutzbaren Aula im Obergeschoss situiert. Den Abschluss bildet die Dreifachsporthalle. Diese soll unabhängig vom Schulbetrieb auch von ortsansässigen Vereinen genutzt werden und bietet daher Tribünenplätze für 500 Zuschauer.

Die Pausenhalle am Haupteingang ermöglicht eine gute Orientierung zur Aula, zum Ganztagesbereich und zur inneren „Schulpromenade“. Diese erschließt das Gebäude sowohl horizontal als auch vertikal über sogenannte Himmelstreppen. Die großzügige Dimensionierung der Promenade bietet genug Platz für vielfältige kommunikative Zonen. Im ersten Obergeschoss sind die Fachlehrsäle situiert. Für ein innovatives pädagogisches Konzept bietet die Schule ein Raumgefüge an, in dem verschiedene Formen des gebundenen und individuellen Lernens möglich sind. Einzelne Klassenzimmer im zweiten Obergeschoss erhalten flexible Flurwände, so dass vielfältige Orte zum Lernen entstehen können.

Der Bau wurde gemäß Stadtratsbeschluss als Modellprojekt der Landeshauptstadt München in hochenergetischer Bauweise (Passivhausstandard) umgesetzt. Neben der Installation einer Photovoltaikanlage auf den Dachflächen kommen auch bei der Versorgung mit Heizenergie erneuerbare Energien zum Einsatz. Zur Verbesserung der Luftqualität in den Klassenräumen wurde eine Lüftungsanlage installiert. Die Wärmeversorgung des Gebäudes erfolgt über Grundwasserwärmepumpen, die über einen Wärmeverbund auch die benachbarte Grundschule versorgen. Ergänzend hierzu wird die Warmwasserbereitung und Heizgrundlast durch ein gasversorgtes Blockheizkraftwerk (BHKW) unterstützt. Die Beleuchtung in den Klassenzimmern wird über Präsenzmelder tageslichtabhängig geregelt. Außerdem ist ein Sonnenschutz installiert, der über eine vom Sonnenstand abhängige Steuerung der Lamellen den Eintrag von Tageslicht optimiert. Zur Reduzierung des Energieverbrauchs werden die Leuchten je nach Raumnutzung zeit- oder präsenzabhängig ausgeschaltet.

Die Fassadengestaltung lebt von dem Wechsel transparenter und geschlossener Flächen. Das Erdgeschoss des Schulbaukörpers und die Kopfbauten Aula und Sporthalle sind hauptsächlich in Sichtmauerwerk und Glas gestaltet. An der Fassade der Klassenzimmer in den Obergeschossen wechseln sich farbige Metallpaneele mit Fensterflächen ab.

Im Rahmen von QUIVID, dem Kunst am Bau-Programm der Landeshauptstadt München, wurden von der „Kommission für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum“ zwei Kunstwerke zur Realisierung empfohlen: „Raum im Raum“, so der Titel der drei großformatigen Fotocollagen aus hunderten von Einzelfotos von Katharina Gaenssler, die den Bau des neuen Gymnasiums dokumentieren - von der Baugrube bis zur Fertigstellung. „Einen Platz an der Sonne“ versprechen die Künstler der Freien Klasse den Schülerinnen und Schülern. Ihre Skulptur erinnert an die Radaranlage des ehemaligen Flughafens Riem ganz in der Nähe und wird mit ihren Reflexionspaneelen den Eingangsbereich der Schule „erhellen“.

Quelle:
Landeshauptstadt München
Baureferat